Thema: Schnoferl-trompete

Ostarrichi > Wörterdiskussionen > Unbekannte Woerter

Schnoferl-trompete
24.12.2014 von Buser9040fe

Ich als mittlerweile 62jähriger Wiener habe das Wort "Schnoferltrompete" in meiner Kindheit vor über 50 Jahren oft gehört, weiß aber nicht mehr, was es bedeutet. Könnte zB ein Instrument sein wie Mundharmonika oder Blockflöte. Ich wäre für einen entsprechenden Hinweis sehr dankbar

Kategorien
28.12.2014 von wortklauber

Es sollten die Kategorien "Religion/ Spiritualität/ Aberglauben" sowie "Politik" neu eingerichtet werden.

Neue Theorie zum L-Unwort (lecker)
12.01.2015 von JoDo

Zitat:
"Die lecker Theorie
Veröffentlicht am 12. Januar 2015

Ich hatte eine Eingebung! Und zwar habe ich ein Glas aus dem Vorratsschrank genommen auf dem stand” Barack Lekvár“.
Lekvár ist sowas wie eine stark eingedickte Marmelade, welche ich von unserer aus Ungarnland stammende Hausmeisterin, der Ibi, bekommen habe…

Jetzt kommt meine Theorie:
Die Österreichische Küche wurde ja seit jeher von Böhmen und Ungarn geprägt und so kam es halt dazu, dass während des preußisch-österreichischen Krieges im Jahre 1866 der Militärmusiker Johann Gottfried Piefke ins Marchfeld kam.
Nachrichten verbreiten sich am Land bekannter Weise mit Über-Lichtgeschwindigkeit und der Genauigkeit der “stillen Post”.
So kam es dazu, dass die Leute schlicht und ergreifend „die Piefke kommen“ sagten, als die Deutschen am anmarschieren waren.

Die Deutschen wiederum waren von den lokalen Süßspeisen sehr begeistert und als sie nach der Füllung der Palatschinken fragten, sagten die Köchinnen wahrheitsgemäß „Lekvár, Lekvár!“.
Ja, liebe Kinder und so kam es dazu, dass sich das Wort lecker im deutschen Sprachraum verbreitet hat – ein Missverständnis halt…"
http://unlecker.wordpress.com/2015/01/12/die-lecke...

96 Jahre und 3 Wochen... Aber wo ist die Suchfunktion geblieben?
13.01.2015 von Koschutnig

Ein hervorragender Anlass, dieser g'schmackige Lecker-Spaß, um das jetzige Fehlen der praktischen Such-Funktion des alten FORUM zu beklagen.
Von JoDo war nämlich am 2. Feber 2009 eine Diskussion um „lecker“ losgetreten worden, die man vor der Ostarrichi-Neugestaltung durch die Such-Eingabe eines einzigen Wortes entdeckt hätte. Jetzt jedoch müsste man nach einem evtl. „lecker“ sehr lang suchen, ehe man unter Forum > Ostarrichi > Grammatik > Grammatik in Österreich (dort!) auf ein „LECKER - Sagt´s einmal“ stößt.


Wen’s aber interessiert, dass das Wort „lecker“ mit eindeutigem Wienbezug schon am Hl. Abend 1918 - vor 96 Jahren und 3 Wochen! - in einem Gedicht in einer Wiener Zeitung erschien, der folge diesem Thread, wo man findet, dass das sicherlich lekvàr-freudige (??) Westungarn/Heanzenland/Burgenland mit einer gabenspendenden Märchenfee verglichen wurde:

Wie des Märchens Fee
Hast aus Hof und Garten, Feld und See
Reichlich du den leckern Wiener Tisch beschickt,
hast aus deinem Stein,
massig, schlank und fein
auch den Stephansturm uns himmelwärts gerückt.


13.06.2012 - Erworbenes Bleiberecht für "lecker"?

Eigentlich
13.01.2015 von JoDo

wollte ich mich nicht auf diese "völkische" Ebene hinabbegeben, aber - sei's drum -
der Verfasser dieser le****** Zeilen, Professor Alfred Walheim,
Vertreter der GDVP, der "Großdeutschen Volkspartei" wollte "Deutsch-Westungarn" erstens Österreich und im Paket damit dem Deutschen Volkstum andienen.

Zitat:
" ... Gedicht „Heinzenland" in der Wiener „Ostdeutschen Rundschau" vom 24. Dezember 1918 gebraucht hatte."

In diesem Gedicht wird herausgehoben, was alles das spätere Burgenland, also "Deutsch-Westungarn" für Wien getan hat:

Die Steine für den Stephansdom (aus Kaisersteinbruch, B)
und auch die Wiener Küche mit Lebensmitteln ausgestattet hat.

"Heinzenland,
Burgenland,
kehrst du wiederum zu uns zurück?
Reich mir deine Hand,
die deutsche Hand,
daß ich sie zum Willkomm faß und drück!

[...]

Ödenburg, Eisenburg,
Wieselburg, Pressburg erstand
Burgenland, Heinzenland,
warst ja ernstlich nie von uns getrennt –
nun du heimgefunden,
bleiben wir verbunden
bis an aller Welten End."

Daher auch die Bemerkung mit dem köstlich gedeckten Wiener Tisch mit wetungarisch = burgenländischen Zutaten.

Das hier verwendete "l****" ist eine mehr als biedere Andienung an großdeutsche Sprachgepflogenheiten.

Soviel dazu.

In der "Wienbibliothek" gefunden:
14.01.2015 von JoDo

http://www.digital.wienbibliothek.at/wk/periodical/pageview/703736

Überschrillt
14.01.2015 von Koschutnig

Ich hab damals (14.6.12) geschrieben, dass es eine sadistische Grausamkeit gewesen sei, an einem Heiligen Abend (24.12.18) den Wienern das Wort leckker zum Fraße bzw. Abendmahl vorzuwerfen und dass ich den schauerlichen Rest beinah unter "Kreatives" gestellt hätt, doch sei diese Kategorie ja für "kreative Ausdrucksformen rund um/mit/über österreichischen Sprachgebrauch" vorgesehen -http://www.ostarrichi.org/forum--.html?topicid=574

Nun aber, da immerhin schon ein beträchtlicher Teil der Ejakulation des späteren zweimaligen burgenländischen Landeshauptmanns dasteht, gibt's auch noch den ergreifenden Rest bzw. das komplette Leckerli in seiner ganzen Großartigkeit:

Heinzenland,
Burgenland,
kehrst du wiederum zu uns zurück?
Reich mir deine Hand, die deutsche Hand,
dass ich sie zum Willkomm fass und drück!

Deine Flur hat sich einmal
Unterm Eisenschritt des großen Karl gebogen,
Seiner Stimme Schall
Haben deine Lüfte eingesogen —
Sie bewahren ihn für alle Ferne.
Mauer, Turm und Tor
Wuchs zur Frankenburg empor,
Zinnbeglänzt von heller Zukunft Sterne:

Unter ihrer Fahne Flug
Schob den ersten Pflug
Deutsche Bauernfaust in ödes Land
Und verwundert hört dein See am Strand,
Lugend aus dem Rohrgestänge,
Deutscher Winzerinnen Sänge.

Ödenburg, Eisenburg,
Wieselburg, Preßburg erstand,
Burgenland, Heinzenland!

Nahverwandt
Wie der rechten Hand die linke Hand,
Trennt uns Pergament, das künstlich Scheiden schafft.
Aber überm Pfahle,
Wie man ihn bemale,
Hielten stets wir gute Nachbarschaft.

Wie des Märchens Fee
Hast aus Hof und Garten, Feld und See
Reichlich du den leckern Wiener Tisch beschickt,
hast aus deinem Stein,
massig, schlank und fein,
auch den Stephansturm uns himmelwärts gerückt

Und, den Bund zu krönen,
Hast von deinen Söhnen
Du die besten immmer neidlos uns belassen:
Liszts und Haydns Harmonienwege
Überschrillt des Hyrtl Säge -
Was das Größre sei, wer kann es fassen?

Nachbarland,
Heinzenland,
Warst ja ernstlich nie von und getrennt -
Nun du heimgefunden,
Bleiben wir verbunden
Bis an aller Welten End'.

Alfred Walheim (*1874 in Ödenburg, †1945 in Wien)
Mehr über ihn: https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Walheim
Auf WP erfährt man auch, was es mit Hyrtl und der Säge auf sich hat:https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Hyrtlfindet man auch

Hienzenland
14.01.2015 von Koschutnig

Jetzt erst hab ich das Faksimile des Originals aus der Ostdeutschen Rundschau gesehen, wo nicht vom Heinzenland, sondern vom "Hienzenland" die Rede ist. Dazu jedoch eine Anmerkung aus den "Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft in Wien"»Im ersten Abdruck "Hienzenland" (auch in der Überschrift), doch stand nach Mitteilung des Herrn Verf. in seiner Handschrift "Heinzenland"« (Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft in Wien, Jg. 76/77 , Wien 1933, S. 259, Anm. 3). Die von mir abgedruckte Version ist aus Heinz Kindermanns "Rufe über Grenzen", Junge Generation Verlag, Berlin 1938.

Diese Antwort ist aktuell unter Prüfung. (119)
Heinzenland vs. Hienzenland
15.01.2015 von JoDo

Bei meiner Google-Abfrage erhielt ich folgende Auskunft:
Hienzenland: 210 Ergebnisse
Heinzenland: 8370 Ergebnisse
Das ist kein "Beweis", zeigt aber rein statistisch die Präferenz.

Vom Sturz der Diphthonge:
15.01.2015 von JoDo

Nennt sich ein interessantes Werk

"Beiträge zur 7. Arbeitstagung für bayerisch-österreichische Dialektologie in Regensburg, September 1998" http://tinyurl.com/o6de3mk

Google-Books hat sich den Titel so sehr zu Herzen genommen, dass er gleich das ganze Dokument "gestürzt" wiedergibt.

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