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nach der Schreibe reden



Hochdeutsch sprechen


Wortart: Wendung
Kategorie: Zwischenmenschliches Veraltet, Historisch
Erstellt von: avenarius
Erstellt am: 24.04.2008
Bekanntheit: 48%  
Bewertungen: 21 1

Dieser Eintrag ist als Teil des Wörterbuches eingetragen.

Kommentare (11)


Unwillkürlich
muss ich da an bestimmte Originale von früher denken (oder gibt´s die noch?), zum Beispiel Taxler oder Stadtbahnschaffner, letztere hatten die Aufgabe jede Station über Lautsprecher auszurufen und die Abfertigung akustisch durchzugeben. Das derart zustandegekommene Lautprodukt war auch für gstandene Eingeborene nicht immer zu entziffern, die Leute sprachen ´nach der Schreibe´, allerdings mit Dialektartikulation...
JoDo 24.04.2008


>>>> d >>>> Daumen hoch, schöner Eintrag ! -sh-
shadow 25.04.2008


Ich entschuldige mich,
noch bevor ich kritisiert wurde. Die Gänsefüßchen, mit denen ich die Fußball-Analytiker und Co-Kommentatoren versehen habe, haben diese nicht verdient. Was sie sagen, hat durchaus Niveau. Zu Recht wollte ich auf den manchmal seltsamen Akzent hinweisen, der sich in ihr Hochdeutsch mengt. Alles andere an meiner Stellungnahme war überzogen. Das gebe ich besser gleich ohne Vorbehalte zu.
Brezi 14.06.2008


kleine Einschränkung:
´Hochdeutsch´ und ´nach der Schreibe´ sind zwei ganz verschiedene Paar Schuh!
Hochdeutsch ist der Versuch einer Artikulation ohne Dialektfärbung, während hingegen ´nach der Schreibe´ umgekehrt Schriftsprache mit dialektaler Aussprache darstellt.
JoDo 14.06.2008


nach der Schrift reden
Ich kenne "nach der Schreibe reden" von Wien und Graz; aus meinem heimatlichen Oberösterreich ist mir diese Wendung aber gänzlich unbekannt - dort sagt man "nach der Schrift reden".
sokol 20.06.2009


dazu gehört aber auch
NACH DER TINTE SPUCKEN!
albertusmagnus 23.10.2009


Ödön von Horváth: „Gebrauchsanweisung“, 1932
„Es darf kein Wort Dialekt gesprochen werden! Jedes Wort muss hochdeutsch gesprochen werden, allerdings so, wie jemand, der sonst nur Dialekt spricht und sich nun zwingt, hochdeutsch zu reden.“
JoDo 20.04.2014


nicht Hoch-, sondern Schriftdeutsch! Deswegen klingt es ja auch so gestelzt!
berberitze 05.01.2016


Als Anekdote: Der Schaffner sagte stets "Bitte rückwärts einsteigen!", was vor meinem geistigen Augen die behördengehorsamen Personen mit dem Rücken voran die Straßenbahn entern ließ. Ein recht mühsames Unterfangen, speziell auch für ältere Menschen, das aber in meiner Phantasie erheiternd wirkte.

Schade, dass diese Stilblüten mit den Schaffnern ausgestorben sind!
HerrPausW 05.01.2016


Diese Redewendung kenne ich als Oberösterreicherin nur, wenn wir uns als Kinder heimlich über jemanden lustig gemacht haben, weil er versucht hat - für einen Fremden oder, um zu imponieren - Hochdeutsch zu reden.
Manu 05.01.2016


Na, ja, ich glaube, es ist vielleicht auch mehr ironisch gemeint, meine Mutter (90 +) erwähnt es immer, wenn sich jemand Ungeübter mit dem "Nach der Schrift sprechen" etwas schwer tut und es trotzdem versucht.
hansdieter.kopitz 05.01.2016



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Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Zusätzlich umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich neben der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche zahlreiche regionale Dialektformen, hier besonders bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen unmittelbaren Niederschlag in der Schriftsprache.