1.9 stars - 75 reviews5


magerln



ärgern


Wortart: Verb
Erstellt von: Russi
Erstellt am: 01.08.2005
Bekanntheit: 34%  
Bewertungen: 31 2

Dieser Eintrag ist als Teil des Wörterbuches eingetragen.

Kommentare (7)


Beispiel:
Den Franzosen wird`s vielleicht magerln, aber wir zählen Guadeloupe und alle Inseln, die in der Karibik so herumliegen, der Einfachheit halber zu Amerika. [Die Presse 9.1.2004]
Russi 20.10.2005


ich finde,
dass auch hier das Dialektwort inhaltsreicher als die einfache hochdeutsche übersetzung ist. Magerln enthält ja Elemente des Nagenden, des Hinuntergewürgten. Ausserdem stimmt es auch von der Verwendung her nicht: "Der Sohn beschliesst, den Vater zu magerln." - das geht so nicht. Vielleicht trifft es "wurmen" eher?
klaser 14.11.2006


Wieso eigentlich im Buch,
bei so vielen schlechten Beurteilungen?
klaser 14.11.2006


nur unpersönlich gebraucht: etwas magerlt mich, daher mit "sich ärgern" zu übersetzen
berberitze 28.06.2015


"das ärgert mich", man kann sich nicht selbst magerln, auch nicht jemand anderen- zumindest kenne ich es nicht so. Siehe oben: das wurmt mich, nervt mich, zipft mich an...
gruberin 28.06.2015


Nein, man kann und vor allem man sollte sich nicht selbst ärgern, aber "sich ärgern" ist gängige Redeweise und offenbar auch grammatikalisch richtig. Ärgern ist eben auch ein rückbezügliches Verb.
Magerln allerdings auch, aber ein nur passiv gebrauchtes! Etwas magerlt mich, aber ich magerle niemanden!
"wurmen" geht viel tiefer, magerln ist ein kleinerer Ärger, "anzipfen" wie oben vorgeschlagen, ist deutschdeutsch, nicht Österreichisch, genauso wie die grässlichen Ausdrücke "auf den Keks (der Keks?!) {oder anders wohin} gehen".
Nein danke, ich schnabuliere das Keks und auf dieses lass ich nichts kommen!
PS: Die Seite habe ich gefunden weil ich selbst gerade "magerln" schreiben will und sehen wollte, ob das Wort etwas mit dem Magen (auf ihn schlagen) zu tun hat.
laetizia 22.01.2017


Gibt's auch ein sich magerln ? (11 Jahre späterer Eintrag )
Die Dialektsammler von heut und einst haben's nicht:
magerlt mi: das ärgert mich, das liegt mir im Magen
source: Wolfgang Teuschl. Wiener Dialekt Lexikon (2013)
Mei' G'winn magerlt ihn (d.h. ärgert ihn)
source: Franz Seraph Hügel, Der Wiener Dialekt. Lexikon der Wiener Volkssprache (Idioticon Viennense) (1873)
Ludwig Anzengruber an Rosegger am 20. Feber 1874:
Magerlt Sie etwa das sehr wohlgemeinte, meinerseits genügend motivirte, Ihnen jedoch alle Vertheidigung freistellende Wort über Ihren "Wagnerfaltl"? […] Und wenn Sie nichts magerlt und nichts gift - warum schreiben Sie dann nicht?
source: Peter Rosegger, Ludwig Anzengruber
In Nestroys „Talisman“ beschwert sich Titus:
's magerlt ewige Zeiten,
Wird man von solchen Leuten
Malträtiert, das greift ans Herz
source: Nestroy, Der Talisman (1840)
Boshaft in einem „humoristischen Roman“ von 1875:
„Wahr ist's! sehr wahr!“ rief Rohrauer aufspringend, „das wird sie magerln, die schlechte Person! Her mit der Photographie!
source: Anton I. Langer, Eine Frau um jeden Preis.(1875)
und ein halbes Jahrhundert danach in der Zwischenkriegszeit:
mi hat 's den ganz'n Tag g'magerlt und bei der Nacht hat ma von eahm tramt und in der Fruah hab' i schon a Angst g'habt, daß i 'hn wieder siech
source: Rudolf Stürzer, Schwankende Gestalten ( 1926)
Und dann im nächsten Jahrtausend:
ÖVP-Landesobmann Johannes Hahn plant mit der SPÖ Projekte im Wirtschafts- und Gesundheitsbereich. "Das magerlt den Häupl mächtig".
source: Wiener Zeitung.at, 28.12.2005
Uneitel ist der Herr Sozialminister nicht. Selbst verhaltene Kritik an seinen grauen Anzügen „magerlt“ ihn.
source: Die Presse.com, 3.4.2010
Neues ÖVP-Programm magerlt Gewerkschafter.
source: Kurier.at, 3.5.2015
- Die Übergangsfrist des Gesetzes, das ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie bis 2018 vorsieht, magerlt den Experten.
source: SpringerMedizin.at, 01.06.2015

Koschutnig 22.01.2017



Neuer Kommentar


Melde Dich an und erstelle einen neuen Kommentar.
Anmelden



Facebook   Xing   Twitter

Impressum | Nutzung | Datenschutz

Das Österreichische Volkswörterbuch ist ein Verzeichnis von österreichischen Wörtern. Als Volkswörterbuch stellt es nicht nur die Sprache der Bevölkerung dar, sondern bietet jedem die Option selbst mit zu machen. Momentan sind über 1400 Wörter im Wörterbuch zu finden und über 10.000 Wörter wurden schon eingetragen.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951. Unser "Österreichisches Volkswörterbuch" ist mit diesem "Österreichischen Wörterbuch" in keiner Weise verbunden und wir erheben auch keinen wissenschaftlichen Anspruch.

Im österreichischen Volkswörterbuch gehen wir weiter und bieten eine einzigartige Sammlung von Dialekten, Austriazismen und generell wichtigen Wörtern in Österreich. Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Zusätzlich umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich neben der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche zahlreiche regionale Dialektformen, hier besonders bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen unmittelbaren Niederschlag in der Schriftsprache.