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Họllerstraube

die,

herausgebackene Hollunderblüte


Wortart: Substantiv
Kategorie: Essen und Trinken
Erstellt von: Weibi
Erstellt am: 30.09.2008
Region: Sankt Veit an der Glan (Kärnten)
Bekanntheit: 26%  
Bewertungen: 7 2

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Kommentare (5)


Gerne, Klaser.
Hoffentlich bekomm ich auch eine Bewertung? lG, Weibi
Weibi 30.09.2008


Am Johannistag, dem das Volk schicksalhafte Bedeutung beimißt, waren in früherer Zeit die Hollerstrauben oder Hollerkrapfen ein beliebtes Festgebäck.
source: Das Buch von der Steiermark (1965)
"Strauben" sind/waren beliebt von Bayern bis in die Gottschee:
Aus der Gottschee:
Und im Suchener Hochtal: „Am Sonnwendabend aßen wir in Fett ausgebackene und mit Ei panierte Holunderstrauben. Da blieb man gesund, sagte Amö.
source: Jahrbuch für ostdeutsche Volkskunde Bd. 13 (1970)
und aus Bavaria:
Schmalzkücheln bringt blos der Kirchweih- und Johannistag, letzterer insbesondere auch die vielbeliebten Hollerstrauben. Im Allgemeinen sind fette Mehlspeisen selten, der Genuß frischer Butter kaum irgendwo üblich. Sie wird zu Schmalz ausgelassen
source: Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern (1865)

Koschutnig 18.06.2017


Erfrischungsgetränk aus der Hollerstraube. Holunderblüten gehören zu den Sonnenkräutern und tun den Nerven und der Seele gut.
A-1989+D 18.06.2017


FAKE NEWS:
Erfrischungsgetränk aus der Hollerstraube
source: KURIER, 04.06.2017
Aus der HollerSTRAUBE kann man kein Getränk machen! Der KURIER- Verfasser ebenso wie offensichtlich seine Quelle verwechselt die Straube mit der DOLDE! Die Hollerstraube ist nämlich ein fettes Gebäck! Die Verwechslung geht dann weiter:

Kindheitserinnerungen weckt das Hollerstrauben-Rezept: Backteig aus 120 g Mehl (ich bevorzuge Dinkelmehl), 3 Eiern, Prise Salz, Saft einer halben Zitrone und so viel Milch, dass der Teig schön sämig ist. […] Die Hollerstraube eintunken, etwas abtropfen lassen und in Fett herausbacken. Im Rohr etwas nachziehen lassen. Mit Zimt und Zucker bestreuen.
source: KURIER
Natürlich wird nicht die Hollerstraube, sondern die Hollerdolde in den Teig eingetunkt und dann herausgebacken – erst so erhält man Hollerstrauben!
Hollerstrauben sind die in Tropfteig getauchten und in Fett herausgebackenen Blütendolden des Hollers.
source: Werner Galler, Irmgard Grillmayer, Sonnwend- und Johannisbrauch in Niederösterreich, S. 16
(1982)
Brauchtümlich am bedeutungsvollsten von den Kücheln ist der „gebackene Holler'', auch „Hollerstrauben" oder „Hollerkücheln" genannt. Sie sind neben den Krapfen das Festgebäck der Sommersonnenwende schlechthin
source: Gertrud Hess-Haberlandt, Das liebe Brot (1960)
Strauben von 1714:
das "Salzburger Kochbuch" von 1719 bestätigt: "Strützeln und Strauben, die in Schmalz gebacken werden und dieselben auch Krapfen genannt werden" (z.B. Spritzstrauben, anderswo Spritzkrapfen).
source: Gertrud Hess-Haberlandt, Das liebe Brot (1960)
Und vom lieben Peter Rosegger:
In Steiermark ist es Sitte, daß am Sonnenwendtage, als am Feste des Täufers Iohannes, solche Hollerblüthen zur Bereitung einer Eierspeise, der Hollerstrauben, verwendet werden. Es wird nämlich die gepflückte Blüthendolde in Eierteig getaucht, so daß sie sich mit diesem überzieht, und dann in heißes Schmalz gethan. Nach wenigen Minuten zieht man sie gargeschmort als eine Kuchentraube wieder heraus.
source: Peter Rosegger, Meine Ferien (1899)

Koschutnig 19.06.2017


Ist auch in der Oststeiermark bekannt
muretinci 14.03.2018



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