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Mitvergangenheit

die, --, keine

Vergangenheit, 1. Vergangenheit, unvollendete Vergangenheit, Präteritum, Imperfekt (veraltet)


Wortart: Substantiv
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 03.12.2008
Bekanntheit: 60%  
Bewertungen: 3 4

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Kommentare (2)


Nur in Österreich
übliche Eindeutschung für das Imperfekt, jetzt "Präteritum".
Ich hatte so meine besonderen Gewohnheiten«, sagte der Regimentsarzt. – Warum sagt er: hatte? – dachte der Leutnant; und erinnerte sich aus der Deutschstunde, dass man so was »Mitvergangenheit« nannte. Hatte! Warum sagte der Regimentsarzt: hatte?
source: Joseph Roth, Radetzkymarsch (1932 )
Wissen] Sie, Herr Studer (der Wachtmeister senkte den Kopf, damit niemand ihn beim Lächeln ertappte. Zum Donner! ›Sie‹, sagte das Knechtlein, und aus der Schule erinnerte es sich wohl an die Mitvergangenheit ), um halb sieben sperrte uns der Wott… der Herr Wottli ein.
source: Friedrich Glauser, Der Chinese (1939)
Pieterlen, ... das war kein x-beliebiger Mensch. Pieterlen, das war ein Demonstrationsobjekt…«. Es fiel Studer auf, dass Dr. Laduner die Mitvergangenheit brauchte. ›Pieterlen war…‹ So, wie man sonst nur von einem Toten spricht
source: Friedrich Glauser, Matto regiert (1936)
(Friedrich Glauser, Sohn einer Österreicherin und eines Schweizers, wurde in Wien geboren und besuchte 7 Jahre lang die Schule in Wien).
Koschutnig 03.12.2008


Dte. "Vergangenheit" bewältigt?
Ganz schön verwirrend, wenn Deutsch-Lehrwerke und deutsche Schüler von "Vergangenheit" sprechen und unsere "Mitvergangenheit" meinen:
Präteritum - Vergangenheit:
ich lernte, du lerntest, er lernte [...]
ich sah, du sahst,er sah [...]
source: Lingolia.de
Zeitformen: 1. und 2. Vergangenheit
[...]
1. Vergangenheit (Präteritum)
Beispiel: Ich lief.
wird einteilig gebildet
wird vor allem in der Schriftsprache verwendet
Stolpersteine: unregelmäßige Verben

2. Vergangenheit (Perfekt)
Beispiel: Ich bin gelaufen.
wird zweiteilig gebildet → Hilfsverb (haben / sein - an der Position des Verbs in der Gegenwart) + Partizip Perfekt (am Satzende)
wird sehr häufig benutzt, in der gesprochenen Sprache vorrangig
den Sinn des Satzes verstehen wir erst, wenn wir den ganzen Satz gelesen haben
source: Grundschulkönig. Arbeitsblätter für die Grundschule

Koschutnig 17.06.2012



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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

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Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.