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    heiklig


    [ haglich, haklich ]

    heikel, wählerisch, schwer zu befriedigen


    Wortart: Adjektiv
    Erstellt von: System32
    Erstellt am: 08.07.2003
    Bekanntheit: 86%  
    Bewertungen: 7 0

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    Kommentare (5)


    "heiklig" oder "heiklich"
    ist wohl die "offizielle Schreibung".
    Der Eintrag "haglich" sieht aus wie ein ganz anderes Wort; mit "behaglich" hat er jedenfalls überhaupt nichts zu tun."haglich" ebenso wie "haklich", jeweils auch ohne -ch oder mit [-ik], sind regionale Aussprachevarianten, wohl auch mit -oa- (vgl. Stein:Stan:Stoan)

    Mozart 1784 an seinen Vater:
    »Wegen der Sinfonie bin ich nicht heiklich, allein die 4 Concerte bitte ich bey sich im hause abschreiben zu lassen. Denn es ist den Kopisten in Salzburg so wenig zu trauen als den in Wien.«
    source: "Der werte Echte", Die ZEIt ONLINE, 19. März 2008
    Johann Nestroy: "Der Talisman", (1840):
    Titus: "...Sie haben mich so druckt, mit Ihrem Ring, glaub´ ich."
    Spund: "Sei nicht so heiklich! Her da an das Vetterherz!" (Umarmt ihn derb.)
    source: Nestroy, Der Talisman, Projekt Gutenberg
    Abraham a Santa Clara 1688:
    "Der Schatz der Jungfrauschaft ist so haiklich als ein Spiegel, der von geringstem Athem verdunkelt wird"
    source: Abraham a Santa Clara, Sämtliche Werke (1872), Bd. 3
    (Das waren noch Zeiten, was?)

    Österr. (+ süddeutsch) ist die 2. Bedeutung "wählerisch" bes. beim Essen.
    Koschutnig 15.07.2010


    korrigiere ich
    gerne JoDo
    JoDo 16.07.2010


    DWDS
    heikel /Adj./
    1. mit größter Vorsicht zu behandeln, bedenklich, delikat:eine h. Frage, Angelegenheit, Aufgabe, Situation; ein h. Thema, Problem, ein h. Auftrag; über eine h. Sache sprechen; der heikelste Punkt der Tagesordnung, des Berichtes; Die staatliche Verwaltung ... ist als eines der heikelsten und schwierigsten Gebiete des menschlichen Daseins überhaupt anzusehen Doderer Strudlhofstiege 731; jetzt begann die Sache h. zu werden; die diplomatischen Besprechungen wurden als h. angesehen; Nun ist es immer heikel, ein fremdes Volk zu deuten Frisch Stiller 322
    2. süddt. österr. wählerisch, schwer zu befriedigen:jmd. hat einen h. Geschmack; ein paar Blätter nach Holbein und Dürer, dies und das, was von gewissem Geschmack und heiklerer Wahl zeugte Fussenegger Antlitz 85; empfindlich: was ihr Alter betrifft, war Teta heikel wie jede Frau Werfel Veruntreuter Himmel 85; Wenn du heikel bist/ Schwenke deinen Zinnlöffel in dem Bottich da/ Dann ist er wie ein frischer Brecht Gedichte 33
    http://www.dwds.de/?woerterbuch=1&corpus=1&kompakt=1&sh=1&qu=heikel
    JoDo 16.07.2010


    Ungarisch
    In Ungarn nennt man es haklis [haklisch]. Wobei meine Schreibung hier nun nicht unbedingt richtig sein muss...
    pedrito 19.04.2011


    bitte endlich korrigieren: "heiklich" muss es heißen. Wir Österreicher unterscheiden zwischen Adjektiven auf -ig und -ich: wir sagen zwanzig, runzlig [ik], aber graußlich, grässlich, und hier klingt nie [ik], sondern immer [ich]. Daher kann es nur "heiklich" heißen, sonst würden wir ja [heiklik] aussprechen, was wir aber nicht tun.
    chaim 02.09.2017



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