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    platzert


    [ pla:tsɐt ]

    weinerlich


    Wortart: Adjektiv
    Gebrauch: Dialekt
    Tags: wienerisch
    Kategorie: Gemütszustände, Befindlichkeiten
    Erstellt von: Koschutnig
    Erstellt am: 12.06.2010
    Bekanntheit: 0%  
    Bewertungen: 0 1

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    Kommentare (3)


    "Sind platzerte Raubmörder, die Wiener."
    Brutalität verbrämen sie oft mit Sentimentalität.
    So zitiert und kommentiert der Schauspieler Carl Tausig seinen Kollegen Karl Paryla
    und fügt dann hinzu: Aber man darf nichts verallgemeinern. (Der Standard, 12. 6. 2010, S. 29)

    Interview mit Otto Tausig im Standard:
    Sie erzählen oft die Geschichte, dass Sie der Blockwart Ihres Hauses in der Favoritenstraße im November 1938 vor der SS rettete und sich dann Schreibmaschine und Schmuck Ihrer Familie holte.
    Ja, er trug dabei aber eine Träne im Knopfloch. Mein Kollege Karl Paryla hat immer gesagt: "Sind platzerte (weinerliche, Anm.) Raubmörder, die Wiener." Brutalität verbrämen sie oft mit Sentimentalität. Aber man darf nichts verallgemeinern.
    source: Renate Graber, Anders gefragt. 25 Gespräche und Begegnungen (2013)

    Der Standard erklärt es mit "weinerlich" - hier in Kärnten ist das Wort unbekannt.
    Koschutnig 12.06.2010


    Mit dem platzerten Kind...
    mog i net eikaufn gehn.
    klaser 16.06.2010


    Na, was soll ich dir sagen, die Blunzn fängt an zu heulen, rennt alsa platzerter zum Amtsleiter und ich hab ein Verfahren wegen Diskriminierung weiblicher Personen am Hals.
    source: Hannes Königsecker, Mariannes 2. Fall. Ein Flachlandkrimi
    (2016)
    glaubst, es schauet di aner von dö g'schnieg'lten Stutzer an, wann's d' net nach der letzten Mod' anzog'n bist, und was thatst denn nachher, wenn's d' sitzn bleiberst? Alser platzerter z' Haus kumma, net? Jessas, Mutta, das wär freili was schrecklichs, i glaub, i wußt vor Schand net, was i anfangert
    source: Alt-Wien I (1892)
    wie mir endlich zu an Dokter gangen san, war dem sei erstes, — den Finger abnehmen zu lassen, weils ka andere Hilf mehr geben tät. Mei arme Alte rennt natürlich platzert herum
    source: Richard Kovacevic, Thaddäus Hartriegel, oder, Wann nur der Schwemminger käm (1990)

    Koschutnig 25.02.2018



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    Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

    Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

    Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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