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na Mahlzeit!



Ausruf unangenehm berührten Erstaunens


Wortart: Wendung
Kategorie: Gemütszustände, Befindlichkeiten
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 15.08.2016
Bekanntheit: 0%  
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Kommentare (1)


Prost Mahlzeit! vs. na Mahlzeit!
Gibt's beides auch jenseits der Grenze, und wenn ja, wie weit? -
Die Antwort auf Teil 1 der Frage gibt die Deutsche Welle:
Prost Mahlzeit! hört man ebenfalls im Alltagsdeutsch, freilich nicht mehr als Höflichkeitsformel. Der Ausdruck dient heute vielmehr als ironischer Puffer, mit dem wir eine unangenehme Überraschung abzufangen versuchen.
Schuld an diesem Bedeutungswandel sind natürlich die Studenten. Teils aus Not, teils aus Übermut erfanden sie vor gut 200 Jahren einen neuen Sport. Sie zogen mittags aufs Land, warteten bis sich der Bauer und sein Gesinde zu Tisch gesetzt hatten, klopften dann ans Hoftor und riefen immer wieder mit jämmerlicher Stimme: Prosit Mahlzeit! – Prosit Mahlzeit! Anfangs klappte der Trick. Die Studenten wurden meist eingeladen und kamen so kostenlos in den Genuss eines warmen Essens. Aber als sich die Sache herumgesprochen hatte, gab es bald nur noch Prügel.
source: Deutsche Welle, Alltagsdeutsch
Na, wenn dem so ist, dass die deutschen Diplomaten die Amerikaner davor warnen, dann aber schnell weg mit dem Eintrag von "Prost Mahlzeit":
Be careful and don’t say “Prost Mahlzeit”! By preceding “Mahlzeit” with the word “Prost“ (“cheers!”, from Latin “prosit” - “may it be beneficial”), you use a very ironic term. “(Na dann) prost Mahlzeit” is an expression for annoyance, disappointment or scepticism: “there you have it”, “this will lead to nothing”, similar to “eine schöne Bescherung” – “a nice how-d’ye-do”. Like the proper “Mahlzeit” itself, this ironic or negative version is already documented in the 19thcentury Deutsches Wörterbuch of the Brothers Grimm.
source: German Missions in the United STates

Halten wir uns also an unser "Na Mahlzeit!":
Das Wort Mahlzeit verwendete meine Großmutter mit Vorliebe zweckentfremdet, und zwar, wenn etwas gründlich danebenging [...] Na Mahlzeit! hieß es da zum Beispiel, wenn es in der Küche erbärmlich stank und die Herdplatte versaut war, weil sie die aufgestellte Milch vergessen hatte. Na Mahlzeit! lautetet ihr Befund, wenn ich ihr mein neuerliches Mathematik-Scheiten beichtete
source: Ludwig Laher (* 1955 in Linz), Überführungsstücke (2016)


p.s.;, Da wird gelöscht und gelöscht und gelöscht und von Diskussionen geredet, ohne dass eine stattfinden könnt. Dazu würd es nämlich mindestens zweier Diskutanten bedürfen. Fremdwörter? Glücksache!
Koschutnig 03.08.2017



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