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Haarstube

die, -n, -n
[ hårštu(b)m ]

Raum oder Gebäude zur Trocknung, Bearbeitung und Lagerung des Flachses


Wortart: Substantiv
Tags: Salzburg,Oberösterreich,Niederösterreich,Steiermark
Kategorie: Arbeitswelt
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 10.05.2017
Bekanntheit: 0%  
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Mit dem Friseur hat die "Haarstube" nichts zu tun, auch wenn mancher damit scherzt ("Willkommen in der Haarstube - Ihr Friseur am Hoisbütteler Bahnhof"): Der "Hoar" (mhd. haro, harwe) ist der Flachs:
Manche Leute brecheln in der „Hårstubn“. Das sind Häuschen, in deren Innern durch Ofenwärme der Hår rasch trocknet. Die guten Fasern bleiben über und werden nun geschwungen, gehachelt und gesponnen. Hiebei fällt Werg ab. Der Volksmund sagt treffend: „Der Hår muß gebrechelt, gehechelt, gesponnen, gesotten, gewebt und gebleicht werden".
source: Heimatgaue 10 (1939)
Seine Eltern [...] bewohnten eine hölzerne „Harstu(b)m“, einen Holzbau, der der Bearbeitung des Flachses gedient hat. In dieser „Harstubm“ (Magdalenaberg 49, Gemeinde Pettenbach), die um die Zeit des Ersten Weltkrieges abgerissen wurde, kam der nachmalige Abt als Alois Wiesinger am 3. Juni 1885 zur Welt.
source: Die Kunstsammlungen des Stiftes Schlierbach
Dies hat die Haarstube u.a. mit der Badstube Bayerns, die uns auch in Tirol, Salzburg und Oberösterreich begegnet, gemeinsam. Auch dort befindet sich der Ofen in einer geschlossenen Stube und wird von außen beheizt.
source: Viktor Herbert und Egbert Pöttler, Mit Tradition und Innovation (1999)
Brechelbad, auch Haarstube oder Badstube. Zur Lagerung, Trocknung und Bearbeitung des Flachses verwendet; früher auch als Schwitzbad genutzt und unter Josef II verboten.
source: Klein- & Flurdenkmäler in der EuRegio Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein. Glossar

Koschutnig 10.05.2017



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Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.