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    Bügerl

    das, -s, -(n)

    Keule eines Federviehs


    Wortart: Substantiv
    Tags: Wien,Steiermark,Niederösterreich,Oberösterreich
    Kategorie: Essen und Trinken
    Erstellt von: Koschutnig
    Erstellt am: 19.09.2017
    Bekanntheit: 0%  
    Bewertungen: 1 2

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    Kommentare (1)


    Könnte es sich bei Hansls Eintrag " Bügerl, Biagl = Hühnerflügel" um eine Verwechslung handeln und das Bügerl doch kein Flügerl sein? Wozu ansonsten das „und“ hier:
    die „Flügerln“ und „Bügerln“ der Back- und Brathühner lagen in malerischem Wirrwarr aufgestapelt auf unserem Teller
    source: Friedrich Schlögl, Ges. Schriften. Wienerisches (1893)

    Wo immer von einem Bügerl hier die Rede ist, ist die „Keule“ gemeint – und es muss nicht unbedingt eine vom Huhn sein:
    Gansleinmachsuppe
    Für vier Portionen
    150 g Gänseklein (Hals, Flügel, Herz, Magen, Leber) pariert
    1 Gansbügerl ...
    /Im Glossar wird dann erklärt:/ Bügerl: Keule
    source: Ewald & Mario Plachutta,"Plachutta Wiener Küche" (2014)
    Zutaten für vier Hungrige: 4 bis 6 Hähnchenschenkel (na sagen wir lieber obere Hühnerkeulen, oder noch besser, Hendlbügerl) mit Knochen
    source: Nachrichten.at, 19.03.2010
    weiter unten (bei "Australien") steht eh, dass es sich z.B. auch um die thighs oder legs von Hühnern handeln kann. Also, dann ist die Variante von Claudia sicher richtiger: Hühnerschenkel, Hühnerkeulen (weiß nicht, wie ihr in D genau sagt, wir sagen Hendlbügerl oder Hendlhaxn
    source: PRO Z.com, zu „Chicken Maryland“
    Rezept von Oliver Futterknecht
    Poulardenbügerln nach Großmutter-Art
    source: Verband der Köche Österreichs. Wiener Köche kochen

    So malte er den alten Mozart, mit einer Zigarette im Mund, ein Hühnerbügerl in der Tasche, umringt von gröhlenden Zechern
    source: Hugo Schanovsky, Mozart - eine Reise von Salzburg in die Unendlichkeit (2005)

    Koschutnig 19.09.2017



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    Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

    Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

    Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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