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Agnoszi͟erung



Identifizierung


Wortart: Substantiv
Gebrauch: Österr. Standarddeutsch
Tags: amtssprachlich
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 25.11.2017
Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)
Bekanntheit: 0%  
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Kommentare (2)


‎Zur Agnoszierung darf daher niemals eine einzige Person vorgeführt werden [...]
Ganz allgemein muss jeder Agnoszierung eine eingehende Beschreibung des zu Agnoszierenden vorausgehen. Nur so ist die Möglichkeit gegeben, nachträglich zu überprüfen, ob bei der Gegenüberstellung nur eine Abrundung der Erinnerung durch Ausfüllen von Erinnerungslücken erfolgte oder ob eine grundlegende Verfälschung des Erinnerungsbildes eingetreten ist.
source: Roland Grassberger, Psychologie des Strafverfahrens (1950/2013)
Gegen die wiederholten Agnoszierungen des Angeklagten durch T*** bestehen dem Akteninhalt nach ebensowenig Bedenken wie gegen jene durch den Zeugen D***, mag dieser Zeuge den Angeklagten [...] auch nur anhand eines Lichtbildes - indes ebenso eindeutig wie T*** - als Täter erkannt haben.
source: OGH, GZ 11Os10/89 v. 21.03.1989
Auf jede Frage der recherchierenden Polizeiorgane – neznam! Als man ihm seine Agnoszierung durch die Matejčić vorhielt – neznam! Als man einen Bund Dietriche aus seiner Hose zog und sie ihm vor die Nase hielt – neznam!
source: derStandard.at, 2.6.2015


Agnoszierung, die
Wortart: Substantiv, feminin
Gebrauch: österreichische Amtssprache
source: Duden online

Koschutnig 25.11.2017


In k.k. österr. Amtssprache bedeutete die Agnoszierung noch wörtlich „Zurkenntnisnahme, Anerkennung “ (einer Wahl), wie Landtagsberichte aus diversen Landtagen zeigen:
Abg. Dr. Siegmund Graf Sedlitzky, Agnoszierung der Wahl und Angelobung ..... 1338
source: Schlesischer Landtag, Stenograph. Berichte (1914)
Wenn jedoch Sigmund Freud einen Abschnitt seiner Arbeit über das Unbewusste mit
"Agnoszierung des Unbewussten"
source: Sigmund Freud, Das Unbewusste VII, Ges. Werke (2015)
betitelte, so war das jenseits der "österr. Amtssprache".
Koschutnig 25.11.2017



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Das Österreichische Volkswörterbuch ist eine Sammlung von österreichischen Wörtern. Als Volkswörterbuch stellt es nicht nur die Sprache der Bevölkerung dar, sondern bietet jedem die Möglichkeit selbst mit zu machen. Derzeit sind über 1400 Wörter im Wörterbuch zu finden und über 10.000 Wörter wurden schon eingetragen.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

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Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch unterschiedliche zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.