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söll, sọ̈lles, sọ̈llene, sọ̈llane



solch, solches, solche (pl.); derlei


Wortart: Anderes
Gebrauch: Dialekt
Tags: tirolerisch
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 15.01.2018
Bekanntheit: 0%  
Bewertungen: 2 3

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Kommentare (2)


"Derschiaßen tua i' den Schuften, wia an Hund, bal i'n derwisch!" "Söll woll," stimmte ihm Hartl zu, söll taat i' aa', bal i'n derwischert, aber söll is' eben der Teufel, dass mer dem Lumpen nöt derwischen kann
source: Rudolf Zeitler, Der Vierzehnender (1904)
source: Archiv für Kriminologie Bd. 3 (1900)

s.a. sell das, dies; sellwollsell selbstverständlich
Koschutnig 15.01.2018


Hast du denn das nicht in der Schul glernt? – A mai – antwortet der Bauer für ihn – sölles Zuig learnt man af'n Dorf nit. Es ist holt a der Schuellearer nix nutz.
source: Inn-Zeitung v. 27.9.1862
„Die ganz nobeln Leut ham ihr Geld allweil glei mit!" „Du Dolm", schimpft der Zischgler, „dös ischt lauter Fraß und sölles Zeug!"
source: Karl Springenschmid, Da lacht Tirol (1935)
A söllene Liab wirft man nit fort. Weil's eppas Seltenes ist und fast heilig.
source: Rudof Greinz, Königin Heimat (1921/2016)
was verstehn denn söllene Leut von ünserm Kriag da in Tirol? An Dröck verstehn sie.
source: Karl Springenschmid, Saat in der Nacht (1936)
Söllene zwoa, wie dir dö sein!“ sagte er verächtlich und kaute laut schmatzend sein Butterbrot. „Ja . . . und haben's aft döcht a Geld verdient mit der Singerei?“ frug die Vef weiter. „Freilich! A woltern a Geld haben's verdient, sagt der Kramer Veit. Söllene zwoa, wie dir dö sein!" entrüstete er sich weiter.
source: Rudof Greinz, Königin Heimat (1921/2016)

„Gibt's oppa nou mea söllane Wunda in dea groeßn Stodt?".
source: Die schönsten Sagen Osttirols in Wort und Bild (1968)

Koschutnig 15.01.2018



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Das Österreichische Volkswörterbuch ist eine Sammlung von österreichischen Wörtern. Als Volkswörterbuch stellt es nicht nur die Sprache der Bevölkerung dar, sondern bietet jedem die Möglichkeit selbst mit zu machen.
Derzeit sind über 1300 Wörter im Wörterbuch zu finden und über 10.000 Wörter wurden schon eingetragen.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Im österreichischen Volkswörterbuch gehen wir darüber hinaus und bieten die Möglichkeit eine einzigartige Sammlung von Dialekten, Austriazismen und generell wichtigen Wörtern in Österreich. Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.