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    Ạlmsäuerling

    der, -s, -e

    traditionelles Schmalzgebäck


    Wortart: Substantiv
    Gebrauch: Österr. Standarddeutsch
    Tags: Steiermark,Oberösterreich
    Kategorie: Essen und Trinken
    Erstellt von: Koschutnig
    Erstellt am: 25.02.2018
    Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)
    Bekanntheit: 0%  
    Bewertungen: 0 4

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    Kommentare (1)


    Was sind eigentlich Almsäuerlinge? Im Zuge einer Projektwoche beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Neuen Mittelschule Markt Hartmannsdorf mit den Geschichten und Erfahrungen älterer Generationen. Dabei lernten sie Brauchtümer und Handwerke kennen
    source: Vulkanland.de

    Der vagabundierende Kulturwissenschaftler hat's gelesen:
    Gute Nacht für heut, und Glückauf für morgen! In diesen Sätzen ist gut die [...] Freude der Bergsteiger an dem „natürlichen" Leben auf der Alm samt Heulager und „Almsäuerling" eingefangen. Der Autor gibt übrigens auch das Rezept dieser Almspeise in bunten Worten bekannt: „Zu Nutz und Frommen neugieriger Damen oder deren dienstbeflissener Gatten folgt hier das Originalrezept: Nimm Roggenmehl, soviel du willst, lass in einer Pfanne viel Schmalz werden, salze das Mehl und gieß einige Löffel voll dicken Rahm dazu, dann gieb soviel heißes Schmalz darauf, bis ein linder Teig wird, mache Knödel und lasse sie im siedenden Schmalz schön braun werden.
    source: Roland Girtler, Sommergetreide. Vom Untergang der bäuerlichen Kultur (1996)
    Dieser „Säuerling" ist natürlich weder ein älplerisch-natürliches Mineralwasser mit hohem Kohlensäureanteil noch ein Mitglied der Pflanzenart der Säuerlinge (Oxyria digyna) und auch ein saurer Bergapfel ist damit nicht gemeint. Doch wieso ist das Gebäck dann ein „Säuerling“? Mit Rahm?
    Ein jüngeres Rezept macht den Namen auch Nicht-Wienern verständlich, denn nur für Wiener ist „Rahm“ immer sauer!
    Für den Almsäuerling Topfen passieren, etwas salzen und mit dem Sauerrahm zu einem dickflüssigen Brei verrühren. Dann soviel Mehl hinzufügen, dass ein Nockerlteig entsteht. Vom Teig kleine Nocken ins heiße Schmalz geben und goldgelb herausbacken.
    Tipp: Der Almsäuerling passt gut zu warmen Sauerkraut und Geselchtem.
    source: Ich koche.at
    In der oberösterr. Eisenwurzen mag man ihn allerdings lieber süß:
    Charakteristisch für die Region Eisenwurzen sind Almsäuerlinge, Almraunkerln und Holzknechtnocken, wobei die beiden Süßspeisen Säuerling und Raunkerl in einem Zimt-Zuckergemisch gewälzt werden. Das Verteilen der Almraunkerln war eine Tradition der Sennerin beim Heimfahren von der Alm.
    source: Almanach Oberösterreich

    Koschutnig 25.02.2018



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