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    Naserer

    der, -, -
    [ 'nåsɘrɐ ]

    Neugieriger; Auskundschafter, Gelegenheitsmacher; Voyeur, Spanner; Päderast; Homophiler; Spitzel; Polizei-, Amtsarzt


    Wortart: Substantiv
    Gebrauch: Umgangssprache
    Tags: Rotwelsch,Rotlichtjargon;
    Erstellt von: Koschutnig
    Erstellt am: 27.02.2018
    Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)
    Bekanntheit: 0%  
    Bewertungen: 1 3

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    Kommentare (1)


    Die Bedeutungsbreite des "Nåserers" ist gewaltig, je nachdem, wer wo und auch wie einer seine Nase hineinsteckt.
    Nur Roland Girtler scheint entdeckt zu haben, dass für manche in der Unterwelt der Nåserer ein verhältnismäßig akzeptables Wesen aus der Oberwelt sein kann, der seine Nase berufsbedingt in Dinge hineinsteckt, die ihn also sehr wohl angehn (neben 2 viel weniger feinen Ausdrücken für ihn):
    Polizeiarzt /Amtsarzt): Naserer (von Nase)
    source: Roland Girtler, Rotwelsch. Die alte Sprache der Gauner, Dirnen und Vagabunden (1998)
    Recht allgemein sieht man's in "Echt Wien"
    Bedeutung: neugieriger Mensch, Spitzel. Beispielsatz: "Dea Nåsara muass aa iwaroi umanandschnüffln."
    source: Handyschwartn.at
    Bei Wolfgang Teuschl zeigen manche Nåserer an einem bestimmten Gebiet besonderes Interesse:
    Naserer – nosara (m.) Spion, neugieriger Mensch; Voyeur.
    source: Wolfgang Teuschl, Wiener Dialekt-Lexikon (2013)
    Das spiegelt sich auch literarisch:
    „Was ist an Pornographie so faszinierend? Die treiben es doch nur für mich! - Einen Naserer hinterm Busch kann ich verstehen!" „Hört! Hört!" „Trinken wir auf die Voyeure dieser Welt! Hoch sollen sie leben!"
    source: Wilhelm Pellert, Die Kunst, von der Kunst zu leben (2007)
    Der Wiener Polizei allerdings stößt der Nåserer auf anderem Gebiet stärker auf:
    Zumeist sind es Bilder, Plastiken oder antike Möbel, die hier - neben Schmuck und Pelzen - gestohlen werden. [...] jedenfalls fasst man die „Naserer" fast nie, sondern nur den auf den Einbruch angesetzten Täter.
    source: Kurt Frischler, ‎Peter Zehrer – Kriminalwalzer. 120 Jahre Wiener Sicherheitsbüro (1979)
    Hingegen war nicht nur in des großen Grazers Hans Gross großem "Archiv für Kriminologie "(1904) der Nåserer ein Päderast, s. https://tinyurl.com/y7sz62py ,
    und wieder andere fragen sich, wie es komme, „dass die deutschen Gauner Homophile "Naserer" nennen“(Freudenberger, „Kultur und Kulturwissenschaft“ https://tinyurl.com/y93od7jc
    Koschutnig 27.02.2018



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    Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

    Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

    Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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