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    Pfạ̈ndungsmarke

    die, -, -n

    Pfandsiegel


    Wortart: Substantiv
    Gebrauch: Österr. Standarddeutsch
    Tags: amtssprachlich
    Erstellt von: Koschutnig
    Erstellt am: 18.03.2018
    Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)
    Bekanntheit: 0%  
    Bewertungen: 0 1

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    Kommentare (1)


    Den "Kuckuck" gibt's zwar in Deutschland wie in Österreich, weshalb der Kuckuck-Eintrag weg sollte, doch einen Unterschied gibt's in der offiziellen Bezeichnung des "Kuckucks": Der deutsche Kuckuck heißt offiziell “Pfandsiegel", der österreichische hingegen schon von alters her "Pfändungsmarke".
    Pfändungsmarken werden von Gerichtsvollzieherinnen/Gerichtsvollziehern auf gepfändete Gegenstände aufgeklebt. Diese Marken dürfen nicht eigenmächtig entfernt werden.
    Auf der Pfändungsmarke ist der Bundesadler abgebildet, weshalb sie umgangssprachlich als "Kuckuck" bezeichnet wird.
    source: HRLP.gv.at
    Die gerichtliche Pfändung erfolgt durch Eintragung der gepfändeten Sachen ins Pfändungsprotokoll, die Kennzeichnung der gepfändeten Sache mit einer Pfändungsmarke ("Kuckuck ") ist dafür nicht zwingend erforderlich. Wer aber eine Pfändungsmarke entfernt, um den Gegenstand der Verstrickung zu entziehen, macht sich strafbar.
    source: Thomas Berghuber, Geld - Schulden - was jetzt? Privatkonkurs neu ab 2017 (2017)
    Wenn eine Verwahrung der gepfändeten beweglichen Sachen nicht stattfindet, ist die Pfändung in einer für jedermann leicht erkennbaren Weise ersichtlich zu machen. Zu diesem Zwecke sind Pfändungsmarken nach GeoForm. Nr. 130 aufzukleben.
    source: Geschäftsordnung für die Gerichte I. und II. Instanz. § 563, BGBl. Nr. 264/1951
    Das 100-Jahr-Jubiläum des österr. „Kuckucks“ ist schon vorbei – doch gleich nach der Einführung gab’s bei der Opposition was zu meckern::
    Ein weiterer gelungener Erlass, Z. 21866 ai 1906, führt die sogenannten „Pfändungsmarken“ zur Bezeichnung der gepfändeten Mobilien ein. Die Einführung derselben an sich wäre vielleicht nicht so schlecht; um jedoch den Dienst entsprechend zu „vereinfachen“, muss diese Drucksorte streng verrechenbar sein und das Steueramt muss sie wie das Geld führen. Aus welchem Grunde, das weiß nur Gott und der Herr Erfinder.
    source: Stenogr. Protokolle des Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrathes,Jg. 18 (1908)

    D:
    Im Volksmund wird das Pfandsiegel auch als “Kuckuck” bezeichnet. Dies hat seinen Ursprung im Aussehen der älteren Siegel. Auf diesen war damals der preußische Reichsadler abgebildet, was zu der höhnischen Bezeichnung “Kuckuck” geführt hat.
    Auf den aktuellen Pfandsiegeln wird dagegen nur noch das zuständige Amtsgericht, die Bezeichnung “Pfandsiegel” und der Name des zuständigen Gerichtsvollziehers abgebildet.
    source: Anwaltskanzlei Heckann, Berlin

    Koschutnig 18.03.2018



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    Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

    Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

    Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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