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Bro̲tschani

der,

halbwüchsiger Junge, der in Gastlokalen Brot und Gebäck verkaufte.


Wortart: Substantiv
Gebrauch: Umgangssprache
Tags: wienerisch,historisch
Kategorie: Arbeitswelt Veraltet, Historisch
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 15.10.2018
Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)
Bekanntheit: 0%  
Bewertungen: 1 1

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Kommentare (2)


Als Zehnjähriger pries er /d.i. Waluliso/ im Ausflugsrestaurant des Weltmeisters im Gewichtheben Wilhelm Türk am Wilheminenberg als sogenannter „Brotschani“ Gebäck und Brezen an den Tischen an.
source: Österr. Akademie der Wissenschaften, INZ
Wir saßen im Garten, Großvater bei einem Viertel Wein und ich bei Soda mit Himbeer. Kam der „Brotschani“ vorbei, durfte ich aus einem Korb ein Brezel oder ein überlanges Salzstangerl auswählen.
source: Erhard Chvojka, Jana Losová, Großväter (1997)
Der von den Schönerianern [...] als „Brotschani“ verunglimpfte christlichsoziale Abgeordnete Josef Gregorig griff nun Schrammel frontal an: Sie Jud, sind's ruhig. Sie sind ein Jud, halten Sie's Maul!
source: Michael Wladika, Hitlers Vätergeneration (2005)

Koschutnig 15.10.2018


Geschwollen wirkt die Beschreibung im KURIER, doch richtig ist, dass der Brotschani nicht unbedingt ein Halbwüchsiger sein musste:
Ein vergessener Beruf: Brotschani. Ein Bediensteter im Restaurant, der gegen Entgelt Brot reichte.
source: Kurier, 24.8.14, Pressreader
Und also kann Felix Salten (ja, der Bambi-Erfinder) über den einst berühmten Theatermann Karl Blasel, eines von „Österreichs heimlichen Genies“ (Dietmar Griesser 2017) 1924 schreiben:
Blasel wäre noch lange frisch genug gewesen, um mitzuspielen. Aber im neuen Jahrhundert war kein Raum mehr für ihn. Es enthüllt gewiß tiefere Zusammenhänge, wenn man jetzt hört, daß er im Praterwirtshaus seines Sohnes mit vorgebundener weißer Schürze und weißer Mütze als Brotschani unter die Gäste tritt. Diese Rolle, die seine letzte ist, hätte ebenso gut auch seine erste sein können. Aus den Uranfängen des Theaters herstammend, nähert sich der große Lustigmacher seinem Publikum, wo er es trifft. Er braucht keine Bühne, weil ihm jeder Ort zum Theater wird; er braucht kein Stück, denn er spielt sich selbst
source: Felix Salten, Geister der Zeit (1924)

Koschutnig 15.10.2018



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Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Zusätzlich umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich neben der hochsprachlichen Standardvarietät noch viele zahlreiche regionale Dialektformen, hier besonders bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache oft genutzt, finden aber keinen unmittelbaren Niederschlag in der Schriftsprache.