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    Gfeanztheit

    die,

    Ironie, Sarkasmus, Zynismus, Freude am Veräppeln


    Wortart: Substantiv
    Gebrauch: Umgangssprache
    Kategorie: Gemütszustände, Befindlichkeiten
    Erstellt von: Lupina
    Erstellt am: 28.10.2018
    Region: Hessen ()
    Bekanntheit: 50%  
    Bewertungen: 1 1

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    Kommentare (2)


    Ich bin da auf ein Wort gestoßen, für das ich keine passende Erklärung finde und bei dem mich das Sprachniveau seiner mehrfachen Verwendung einigermaßen verblüfft, da es ja von einem reinen, mir neuen Dialektwort abgeleitet ist. Ich möchte das anhand mehrerer Beispiele zeigen:
    Aus Rezensionen:
    Inzwischen gibt es die alte Band aber wieder, die sich auf dem bemerkenswerten Album "Brosd Koal 1" (Wohnzimmer) an Attwengers Idee einer österreichischen Popmusik ohne Genierer orientiert, aber ganz andere Wege der Umsetzung sucht: Zwischen Analog-Clubmusik und Americana-Aneignung, Rock, Schlager und Quertönerei geht hier einiges, dazu kommen tolle, zwischen tiefer Melancholie und Gfeanztheit oszillierende Dialekttexte.
    source: Falter 18/23 falter.at
    Klassenbewusstsein und das Selbstverständnis, im Gegensatz zu Menschen mit Migrationshintergrund der Grande Nation anzugehören, machen nach wie vor die Lebensart des Laurent-Clans aus. Aus diesem Schein vs Sein entfaltet sich tatsächlich so etwas wie Feydeau’sche Gfeanztheit. Nur wird hier, was der Dramatiker zur Tollheit treibt, in gemessener Langsamkeit zelebriert. Haneke lässt sich Zeit, um seine Themen zur Zeit abzuhandeln.
    source: Mottingers-Meinung.at Die Online-Kulturzeitschrift
    Ob's um Politiker-Dissertationen ..., Beamtentum .... , um Steuerhinterziehung oder TV-Serien-Dialoge geht .... - der Satiriker richtet seinen Nacktscannerblick in gewohnter Gfeanztheit auf die Unsitten der Gesellschaft.
    source: Posthof.at

    Lupina 28.10.2018


    Aus einem Posting zum Artikel „Andere Art des Arbeitens als in Deutschland“ im Standard:
    Für Deutsche ist Österreich generell ein schwieriges Pflaster...
    ...und zwar, weil sie mit zwei Aspekten der österr. Mentalität nicht umgehen können, die wir Österreicher mit der Muttermilch aufgesaugt haben, die aber andererseits den Deutschen recht fremd sind: Aspekt 1: Hackl ins Kreuz [...]
    Aspekt 2: Gfeanztheit - für diese Art der Kommunikation gibt es nicht mal eine ordentliche Übersetzung - ein Alptraum für jeden geradlinigen Menschen.
    source: Der Standard.at, 5.Juni 2011

    Lupina 28.10.2018



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    Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

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    Im österreichischen Volkswörterbuch gehen wir darüber hinaus und bieten die Möglichkeit eine einzigartige Sammlung von Dialekten, Austriazismen und generell wichtigen Wörtern in Österreich. Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

    Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

    Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

    Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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