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Parade͟iser

der, -s, -

Tomate


Wortart: Substantiv
Gebrauch: Österr. Standarddeutsch
Kategorie: Essen und Trinken
Erstellt von: Russi
Erstellt am: 08.08.2002
Region: Scheibbs (Niederösterreich)
Bekanntheit: 93%  
Bewertungen: 86 0

Dieser Eintrag ist als Teil des Wörterbuches eingetragen.

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Kommentare (21)


Beispiel:
Der Pflanzenfarbstoff Lycopin, der Paradeiser rot macht, senkt das Risiko für Prostatakrebs und Herzattacken. [Die Presse 15.7.1998]
Russi 28.07.2005


Aussprache
je Wien desto breiter: Paradääsa
joeditt 02.11.2006


Herkunft: Paradies-Apfel
Paradeis: alte Form von Paradies (vgl. das barocke Paradeisgartl/Paradiesgärtchen an der Stelle des Wiener Heldenplatzes) - Verkürzung zu (Paradieser=) Paradeiser
joeditt 02.11.2006


Übrigens ...
... ist "Tomate" ursprünglich nord- bis mitteldeutsch (auch wenn, wer heutzutage einen "Paradeissaft" bestellt, inzwischen meist befremdete Blicke erntet), und davor eine Bezeichnung amerikanischer UreinwohnerInnen - Paradeiser sind ja wie Paprika und Erdäpfel in Europa vor dem Kolonialismus nicht heimisch gewesene Importfrüchte.
joeditt 02.06.2007


Lustig find i
übrigens die Verballhornung "Tomateiser" ;-)
Uzof 05.10.2007


Sehr guat
I hab a oft Wache schieben muessen in Hoersching vor a paar Jahrn. Es war im Herbst 1965! Da hamma a grosse Gaudi kopt beim Hasenjagen mit dem Jeep.
baldy 04.01.2008


Nur Ostösterreich
Paradeiser wird in Tirol nicht verwendet, hierzulande sagt (und sagte man immer) Tomaten. Bis vor ein paar Jahren hatte ich das Wort auch noch nie gehört.

Zunehmend wird aber in den Medien, v.a. ORF, das Wort "Paradeiser" (ein häßliches Wort IMHO) der Tomate vorgezogen. Ein weiteres Beispiel dafür, das uns Westösterreichern Begriffe aus dem Osten aufgezwungen werden, weil sie angeblich "österreichisch" sind.
agibaer 25.07.2010


Südtirol - Ostösterreich
Mit Verwunderung hab ich gelesen, dass Paradeis oder Paradeiser in Tirol unbekannt sind bzw. unbekannt waren. In Eppan/St. Pauls (Südtirol) ist es der ausschließliche Begriff gewesen, den meine Großtanten dort benutzt haben. Tomaten sagt man dort erst in neuerer Zeit (eher die jungen Leut). Das kann man auch im südtiroler Wörterbuch sehen.
System1 19.08.2011


Zu agibaer v. 2010-07-25: "ein häßliches Wort"
"Beispiel dafür, das uns Westösterreichern Begriffe aus dem Osten aufgezwungen werden, weil sie angeblich 'österreichisch' sind"
Da ist's wohl umgekehrt: Die sprachliche Verbeugung der Tourismusindustrie vor dem deutschen Urlaubsgast hat wie bei "Sahne" statt "Rahm" das heimische Wort in weiten Kreisen zugunsten des Imports völlig verdrängt.Bei der Bestellung eines "Verlängerten" sagte das Innschbrukher Serviermädchen ganz ernsthaft: "Dös homma nit. Dös hoaßt bei ins a Tasse Kháffe!" Und auf "einen Ribiselsaft, bitte!" kam in einem anderen Lokal: "Ríbislsoft? Mir homp lei Heidelbärtschuss, Johannisbärtschuss..." Zu "Tomate" in Tirol s.a. Retti, http://tinyurl.com/3fgxjlj2 Antworten meinen immerhin: *"gleichwertig in der Verwendung mit Paradeiser" und "österreichisch: Paradeiser" Arg aber sind die Tiroler Reaktionen auf die Retti-Frage nach "Paradeiser", s. http://tinyurl.com/3mofj55
Koschutnig 19.08.2011


Sahne fließt im Zillertal,
doch gegen Denglisch geht der Kampf weiter!Arbeiterzeitung (1962): "Vielleicht werden die österreichischen Alpen dereinst ein Naturschutzgebiet sein, in dem noch reines Reichsdeutsch gesprochen wird."zitiert nach DER SPIEGEL 25/1962 http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45140542.html
Koschutnig 19.08.2011


Die Diskussion ist insofern müßig,
als es bei dieser Veranstaltung ja auch um die regionale Verteilung der besprochenen Begriffe geht.
Abgesehen davon gehen mir diejenigen, die in vorauseilendem Gehorsam (Tourismuseinnahmen?) oder aus einem Minderwertigkeitskomplex oder einfach, weil sie zu viel norddeutsch Gesprochenes konsumiert haben, das fremde Deutsch für richtiger oder besser als das eigene halten, gehörig gegen den Strich. Komische Vögel.
klaser 20.08.2011


Übrigens....
In Bosnien/Serbien sagt man auch paradeis (paradajz, so geschrieben). Ist schon interessant wie solche Wörter auch nach Jahrzehnten Zeugen der Geschichte bleiben... :)
System1 11.12.2011


Übrigens....
In Bosnien/Serbien sagt man auch paradeis (paradajz, so geschrieben). Ist schon interessant wie solche Wörter auch nach Jahrzehnten Zeugen der Geschichte bleiben... :)
System1 11.12.2011


Vergebe hier die Maximalwertung,
obwohl streng genommen es sich hier um ein
"Halbaustriakum" handelt. Die Verbreitung
ist im Osten zum Westen deutlich im Ungleichgewicht,leider stirbt der Paradeiser
langsam aber sichtbar aus.
In gängigen Listen von Austriazismen wird er zuRecht weiter geführt. Die deutsche "Tomate"
übernimmt wie in Vielem die "Vorherrschaft.
Joachim_Dorner 19.12.2011


Dabei weiß jeder,
dass das Wort "Tomate" in Österreich längst illegal ist, Zuwiderhandelnde müssen strafweise mit Andreas Mölzer ein Tomatentunke-Teigwaren-Konglomerat essen, auf Ausländisch auch "Pasta al Pomodoro" genannt.
http://kurier.at/meinung/kolumnen/ohrwaschl/ohrwaschl-bei-uns-in-paradeisien/60.722.991
JoDo 15.04.2014


Wer's österreichisch haben will, sagt "Paradeiser"
21 Wörter, die wir vermissen
http://kurier.at/kult/21-woerter-die-wir-vermissen/59.624.319/slideshow#59624319,59646640
JoDo 15.04.2014


Das Nomen "Paradeiser" (m) für gmd. "Tomate" (f) ist österreichisches Standarddeutsch.
Standard 22.05.2016


Natürlich, Paradeiser. (Slowenisch: paradižnik)
In Südkärnten kannten vor 60 Jahren die Bauernkinder keine Paradeiser, weil es sie nicht gab, und lernten sie als Tomate kennen - damit mag die unterschiedliche Verbreitung zusammenhängen.
Im Übrigen ist ein Wort österreichisch, auch wenn es nicht überall in Österreich verwendet wird.


Slowenisch: paradižnik
berberitze 19.01.2017


Ja, klar, baradeiser!
typesetter 19.01.2017


3000 Sorten Paradeiser hat Erich Stekovics in seinem Garten in Frauenkirchen/Austria und führt gerne Gäste durch sein Paradies

[https://www.youtube.com/watch?v=vqdHxztZ40g%23t=Video::::]

r>

Sapperlot 19.02.2017


Laut meiner Meinung und Erfahrung überwiegend Ost-Österreich bekannt und verbreitet und in eigener Verwendung
A-1989+D 02.07.2017



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Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Zusätzlich umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich neben der hochsprachlichen Standardvarietät noch viele zahlreiche regionale Dialektformen, hier besonders bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen unmittelbaren Niederschlag in der Schriftsprache.