0 stars - 9 reviews5


Plenten, der/die

-, -
[ 'plentn ]

fester Maisbrei (Polenta)


Wortart: Substantiv
Gebrauch: Umgangssprache
Tags: Südtirol,Nordtirol,Osttirol,Oberkärnten,Steiermark
Kategorie: Essen und Trinken
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 13.11.2008
Bekanntheit: 13%  
Bewertungen: 4 5

Dieser Eintrag ist noch nicht Teil des Wörterbuches.

Kommentare (1)



Mitleidig warf er dem stummen Begleiter ein Stück Plenten zu und ging seines Weges weiter.
source: Zingerle, Kinder- und Hausmärchen aus Tirol (1911/2013)
Ein "Sterz", der ja eigentlich einem Schmarren ähnelt, kann das nicht gewesen sein!
Im 19. Jh. war der Plenten in weiten Teilen Deutsch-Tirols häufiger ein Schwarzplenten aus Buchweizen als ein Weiß- oder Gelbplenten aus Maisgrieß - und maskulin
Knödel aus Buchweizen, dem Plent'n oder Schwarzblent, sind im ganzen Burggrafenamt ebenso unentbehrlich wie die Polenta aus Mais oder Türk, der zum Unterschied vom Schwarzblent auch Weissplent oder gelbe Plentn genannt wird.
source: Otto von Reinsberg-Düringsfeld, Culturhistorische Studien aus Meran
(1874)
alter Spruch: "Knödel, Nudel, Nocken, Plenten sein die vier Tiroler Elementen." Mit Plenten ist aber hier der sogenannte schwarze Plenten oder das Heidekorn oder der Buchweizen gemeint
source: Otto Stolz, Rechtsgeschichte des Bauernstandes und der Landwirtschaft in Tirol und Vorarlberg (1949)
In Südtirol wird der »Plenten«, wie Polenta hier heißt, auch mit Buchweizenmehl zubereitet, dann aber mit halb Wasser und halb Milch als Flüssigkeit.
source: Reinhardt Hess, Wolfgang Schardt, Südtiroler Küche (2010)
Die Osttiroler Plente kommt in heißes gesalzenes Wasser und wird mit Lorbeerblättern und einer Prise Muskatnuss verfeinert. [...] Früher war die Plente ein Armeleute-Essen, heute schätzt es der Gourmet.
source: Tv.ORF,at
Und erst in den Neunzigern führte das neu erwachte Interesse an unverfälschten kulinarischen Traditionen dazu, dass heute wieder auf vielen Speisekarten althergebrachte Gerichte wie Plenten (Polenta), Schwarzplenten (Buchweizen), [...] Schlutzer oder Moosbeernocken stehen.
source: Ich koche.at




.
Koschutnig 11.11.2017



Neuer Kommentar


Melde Dich an und erstelle einen neuen Kommentar.
Anmelden



Facebook   Xing   Twitter

Impressum | Nutzung | Datenschutz

Das Österreichische Volkswörterbuch ist eine Sammlung von österreichischen Wörtern. Als Volkswörterbuch stellt es nicht nur die Sprache der Bevölkerung dar, sondern bietet jedem die Möglichkeit selbst mit zu machen. Derzeit sind über 1400 Wörter im Wörterbuch zu finden und über 10.000 Wörter wurden schon eingetragen.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951. Unser "Österreichisches Volkswörterbuch" ist mit diesem "Österreichischen Wörterbuch" in keiner Weise verbunden und wir erheben auch keinen wissenschaftlichen Anspruch.

Im österreichischen Volkswörterbuch gehen wir darüber hinaus und bieten eine einzigartige Sammlung von Dialekten, Austriazismen und generell wichtigen Wörtern in Österreich. Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch unterschiedliche zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.